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hebammenschule

Die Hebammenschule - Das Hamlin Midwifery College in Desta Mender

"Für mich wird mit der Eröffnung der Hebammenschule ein Traum verwirklicht" sagt Dr. Catherine Hamlin, "denn hierdurch legen wir einen Grundstein für die Prävention von Geburtsverletzungen in Äthiopien".

hebammenschule in AfrikaPro 60.000 Einwohner gibt es in Äthiopien nur eine Hebamme - Vorsorge- Untersuchungen für Schwangere können deshalb in den ländlichen Regionen kaum durchgeführt werden.
Nur ein Bruchteil der Schwangeren in Äthiopien kann ein einziges Mal an einer Vorsorge-Untersuchung teilnehmen. Hohe Muttersterblichkeit und das Auftreten von Geburtsverletzungen (Fisteln) gehören zu den dramatischsten Folgen dieses Mangels. Präventive Untersuchungen sind aber die Voraussetzung, um Risikoschwangerschaften zu erkennen und allen Frauen eine optimale Geburt zu ermöglichen.
Nur so können wir langfristig das Problem von Fisteln in den Griff bekommen. Die Verbesserung der medizinischen Grundversorgung und Aufklärung gehören zu den vordringlichsten Zielen des Fistula Hospitals.

 

hebammenschule_fistulaDie Hebammenschule, das Hamlin Midwifery College, das an Desta Mender angeliedert ist, leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Jährlich werden etwa 20 Schülerinnen aus den ländlichen Provinzen aufgenommen und in vier Jahren zu Hebammen ausgebildet.

 

 


Ausbildungsstandard

laptops"Wir glauben, dass Forschung das wichtigste Element für Entwicklung ist. Forschung erweitert und vertieft das Wissen und ist die Verbindung zu höherer Ausbildung - vor allem auf dem Gesundheitssektor.
Das Hamlin College of Midwives ist immer bemüht, die Ausbildung durch Forschung auf dem höchsten Stand zu halten. Ein Expertenteam der Hochschulbildungsqualitäts und Relevanz Agentur (HEQRA) besuchte unsere Schule um unseren Ausbildungsstandard zu untersuchen und zu bewerten. Das Team bewertete die Qualität unserer Lehrtätigkeit im Verhältnis zum äthiopischen akademischen Bildungssystem und versicherte uns, dass wir an erster Stelle im Vergleich zu anderen äthiopischen Hebammenschulen stehen.

fistule schul bibliothekDie Hebammenschule ist natürlich das Flagschiff im Kampf zur Vermeidung von Geburtsfisteln und wir freuen uns, wenn wir von den Erfolgen unserer graduierten Hebammen in den Provinzen hören. Es ist ein großer Erfolg und wir sind stolz auf die gute Arbeit, die wir bisher geleistet haben. Seien Sie versichert, dass die Hebammenschule Hoffnung für die Zukunft ist und schon viele Frauen in den Provinzen bei der Geburt unterstützt hat."


Wie die ehemalige Patientin Mulu Muli zu einer Studentin in der Hebammenschule wurde:

Mulu_hebamme_fistula_hopitalMulu Muli ist 19 Jahre alt und stammt aus der Region Tigrai, genauer dem Ort Mekele, der 780 km nördlich von Addis Abeba liegt. Dort befindet sich eines unserer Außenzentren. Ihre schulische Grundausbildung hat sie in Hiwane absolviert und ging dann auf die weiterführende Schule nach Mekele; seit September 2012 ist sie Studentin am Hamlin Hebammen Kolleg. Mulu stammt aus einer armen Familie, die von der Landwirtschaft lebt. Sie selbst ist das älteste Kind und wurde schon früh verheiratet.

Mit 14 Jahren gebar sie das erste Kind und erlitt Geburtsverletzungen, durch die sie inkontinent wurde. Eines Tages, als sie zur Schule ging, hörte sie im Radio erstmals von Geburtsfisteln und dem Krankenhaus in Mekele, in dem Frauen mit solchen Verletzungen Hilfe erhalten konnten. Mulu wurde hier erstmals bewusst, dass es sich bei ihren eigenen Verletzungen um eine Geburtsfistel handelte. Sie ging zum Krankenhaus in Mekele und wurde entsprechend behandelt. Während ihres Aufenthalts im Zentrum in Mekele hatte sie mit großen persönlichen und finanziellen Problemen zu kämpfen. Dank der Spenden aus dem Ausland konnte sie dennoch nach der Behandlung ihre schulische Ausbildung mit der Hochschulreife abschließen. Nun ist sie Studentin am Hebammenkolleg, wo all ihre Ausbildungskosten von Hamlin Fistula getragen werden. Das Hebammenkolleg dankt an dieser Stelle allen Spendern und Unterstützern von Hamlin Fistula, die diese Hilfe für Mulu und andere Frauen ermöglichen Mulu selbst sagt: "Ich bin jetzt ein glücklicher Mensch. Ich danke Hamlin Fistula Äthiopien von Herzen für die Möglichkeit, geheilt zu werden und darüber hinaus die Ausbildung als Hebamme erhalten zu können, und somit selbst ein Teil der Organisation zu werden. Selbst Teil der Vision zu sein, macht mich sehr stolz und ich bin sehr dankbar für die Übernahme der Kosten meiner Ausbildung durch die Organisation. Es ist mir wichtig, dass ich zur Präventionsarbeit aktiv beitragen kann – denn ich kenne die Krankheit und ihre Ursachen. Genau deshalb will ich auch selbst auf diesem Gebiet arbeiten. Ich bin sehr beeindruckt vom Ausbildungsplan und den Dozenten. Ich bin mir sicher, dass ich nach den vier Jahren Ausbildung die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten haben werde, um der ländlichen Gemeinschaft, aus der ich komme, von ganzem Herzen und mit vollem Einsatz zu dienen."

Sr. Abrehat Assefa - Hebamme des ersten Hebammenjahrgangs

abrehad_hebamme_fistula_hospital Sr. Abrehat Assefa ist eine unseres ersten Hebammenjahrgangs und wurde in das Baheretseba Gesundheitszentrum, etwa 75 km von Mekelle in Nordäthiopien versetzt.

"Eines Tages kam eine schwangere Frau in unser Gesundheitszentrum und ich machte die üblichen Vorsorgeuntersuchungen. Es war das dritte Mal, dass sie den langen Weg zu Fuß von ihrem Heimatdorf zurückgelegt hatte. Als der Geburtstermin näherrückte, sprach ich mit ihr über die Geburtsvorbereitungen und erklärte ihr die Notwendigkeit per Kaiserschnitt im Mekelle Fistula Hospital zu entbinden, da ich Komplikationen befürchtete. Ich bereitete alle Papiere vor und sagte ihr, sie solle eine Stunde auf die Ambulanz warten, die sie ins Krankenhaus bringen würde.
Ich ging dann in die Gemeinde um eine Mutter nach der Geburt zu besuchen und als ich
zurückkehrte, war die Frau nicht mehr da. Ich wußte, sie hatte Freundinnen und suchte stundenlang nach ihr, klopfte an jede Tür. Ich war sehr besorgt, weil ich um ihre Situation wußte und es in meiner Verantwortung liegt, das Leben von Mutter und Kind zu retten. Ich war müde, entschied mich aber in ihr Dorf zu gehen. Schließlich fand ich sie im Haus einer Freundin, etwa 20 Minuten Fußweg von unserem Gesundheitszentrum entfernt. Ich fragte sie, warum sie weggegangen sei und sie antwortete, sie hätte Lust gehabt, mit ihrer Freundin Kaffee zu trinken. Zuguterletzt schickte ich sie in das Krankenhaus, wo sie von einem Jungen entbunden wurde. Ich werde sie niemals vergessen."


2014
Die Gebäude sind jetzt alle fertig gestellt und auch die Außenanlagen. Momentan werden dort 82 Mädchen in vier Jahren zu Hebammen ausgebildet. Diese Zahl soll noch auf über 100 anwachsen. Die Ausbildung orientiert sich an westlichem Standard und ist für die Mädchen kostenlos, sie müssen sich aber verpflichten, nach ihrer Ausbildung 6 Jahre in einem der staatlichen Health Center zu arbeiten. Eine Hebamme verdient dort etwa 80 Euro im Monat! ...weiter zu den Health Centern


Hebammen Ausbildung schenken

Die Verbesserung der medizinischen Grundversorgung und Aufklärung gehören zu den vordringlichsten Zielen des Fistula Hospitals. Die Hebammenschule, das Hamlin Midwifery College, das an Desta Mender angeliedert ist, leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.  Im Fistula Online Shop können Sie z.B. 1 Jahr Hebammenausbildung spenden!

"Jede Minute stirbt irgendwo auf der Welt eine Frau während der Schwangerschaft oder der Entbindung.

Das bedeutet 1.400 tote Mütter täglich, geschätzte 529.000 Mütter sterben jedes Jahr an den Folgen von Komplikationen. Das Risiko einer afrikanischen Frau, an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt zu sterben ist 1:16."

Der United Nations Population Fund (UNFPA)

Hebammen – Im Vergleich
Für 80 Mill. Einwohner Äthiopien Deutschl.
Hebammen ca. 1.200 ca. 20.000
Kinder pro Frau 5,6 1.4
Geburten mit Hilfe von Hebammen 5,4% 100%
Einwohner pro Arzt 33.500 300

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